|
Seit der Erfindung des Autoschlüssels wissen wir, es geht auch einfach. Wir stecken ein kleines Metallstück in einen, am Türgriff angeordneten Schlitz und drehen es nach rechts (beim Schließen nach links) und schon lässt sich die Autotür öffnen. Störungen sind auszuschließen. Das mit Kerben versehene Metallstück wiegt nur ein paar Gramm und auch bei völlig entleerter Batterie ist ein Versagen unmöglich.
Vielleicht werden wir in einigen Jahren davon träumen, dass wir in unseren Fahrzeugen keinen akustischen Irritationen ausgesetzt sind – es wird weder gepiepst noch geblinkt; im Bestreben, dieses Ziel zu erreichen wird auch das Radio weggelassen, nur deutliche Motorgeräusche sind nun zu vernehmen. Navigationssysteme, die uns zum Mond statt nach Wien befördern, weil die Resetfunktion ausgefallen ist oder kaum noch Batteriestrom vorhanden war, brauchen wir nicht wirklich oder bevorzugen Sie vielleicht Fahrzeuge, die Ihnen demnächst auch die Opernkarten ausdrucken können? Oldtimerfreunde betrachten technische Neuigkeiten kritischer. Ihnen steht der Vergleich zu ihrem alten Auto zur Verfügung. Wir hören von einer revolutionären technischen Sensation aus Hinterindien. Dort hat ein kleines, kaum bekanntes Fahrzeugwerk, das bisher hauptsächlich Eselkarren und Fahrrad-Rikschas produzierte, bei seinem ersten selbstkonstruierten Automobil den großen Wurf gelandet. Vieles, was heutzutage in modernen Autos als elektronische Hilfe für jede erdenkliche Situation gepriesen wird, wird als unnützer Ballast empfunden und weggelassen. Das Heben und Senken der Seitenscheibe geschieht ohne Mitwirkung von Elektrik und den entsprechenden Motoren, Impulsgebern und so weiter. Man betätigt von Hand eine kleine Kurbel. Der ganze Mechanismus kostet und wiegt nur ein Bruchteil und ist nicht im geringsten störanfällig. Die verantwortlichen Ingenieure waren bisher mit der Konstruktion von Tretkurbeln beschäf- tigt und sitzen nun in der Entwicklungsabteilung. Äußerst fort- schrittlich ist auch das radikal aufgeräumte Cockpit mit einem einzigen Rundinstrument. Es wird im Geraudeaus-Blickbereich des Fahrers angeordnet, verzichtet auf jegliche, den Fahrstil störende Informationen und ist eine Wohltat für Auge und Hirn - aber Oldtimerfahrer wissen das längst. |
|